Der Fels in der Brandung

ehrenamtliche THW-Bootsführer im Einsatz

THW

Die meisten Katastrophen bedürfen einer Rettungsaktion auf dem Land. Doch auf dem Wasser lauern für Mensch und Tier ebenfalls Gefahren. Und so müssen THW-Helferinnen und -Helfer auch auf schwimmendem Gefährt über spezifische Kenntnisse verfügen, um rettende Maßnahmen leisten zu können. Als Teil der Fachgruppe Wassergefahren (FGrW) übernehmen THW-Bootsführerinnen und -Bootsführer (BoFü) eine Schlüsselrolle.

THW-Ortsverband Ingolstadt - Bootsführer Gerhard Blöckl
Gerhard Blöckl ist Bootsführer im THW-Ortsverband Ingolstadt.
Quelle: THW/Fink & Fuchs PR

Für viele Leute mag der Begriff „Schwimmen“ zunächst mit einer rein positiven Assoziation behaftet sein. Allein der Gedanke an Badeseen im Sommer verbindet sich mit Spaß und guter Laune. Dieses idyllische Wässerchen wird jedoch getrübt, wenn Bootsführer Gerhard Blöckl aus dem THW-Ortsverband Ingolstadt zum Einsatz gerufen wird: „Ich sorge dafür, dass andere nicht ins Schwimmen kommen!“, sagt er. Dabei ist Blöckl kein Spielverderber, sondern ehrenamtlicher Bootsführer.

Die Risiken und Gefahren auf Gewässern sind nicht zu unterschätzen und tagtäglich brauchen Menschen und Tiere Hilfe im, am oder auf dem Wasser. Aber auch Sachwerte rettet Blöckl vom Boot aus.

Der Bootsführer hat in einer spezifischen Ausbildung gelernt, THW-Wasserfahrzeuge unter erschwerten Bedingungen sicher zu führen und Gefahrensituationen rund ums Wasser zu entschärfen. Dazu gehört auch, dass er Gefahrenbereiche an Wehren oder an Brücken erkennt und hier das Boot mit Unterstützung von Bootsmännern und -frauen jederzeit sicher manövrieren kann. Schwierige Wetterbedingungen wie Sturm, Eis, Starkregen, Gewässer mit Untiefen oder Wirbelbildungen, Hoch- oder Niedrigwasser… dank ständiger Übung und Routine kein Problem.

Es kommt vor, dass ein Land- oder Lufttransport von Lasten oder Personen bei Überschwemmungen oder aufgeweichten Deichen nicht möglich ist. Das können Ärztinnen und Ärzte, Taucherinnen und Taucher, Feuerwehrkräfte oder Deichspezialistinnen und Deichspezialisten sein, die zu ihrem Einsatzort gebracht werden müssen. 

Sicherer Umgang mit dem Boot ist besonders dann gefragt, wenn Menschen und Tiere vom Wasser eingeschlossen sind. Sollte ein Boot, beispielsweise durch einen Motorschaden nicht manövrierfähig sein, ein Baumstamm im Wasser treiben oder Gefahr von einem über Bord gegangenen Container bzw. Fracht ausgehen, sichert die Bootsführerin bzw. der Bootsführer mit seinen Helferinnen und Helfern vom Boot aus die Unfallstelle oder schleppt Havaristen und Gegenstände aus den Gefahrenlagen.

Um THW-Bootsführerinnen und -Bootsführer zu werden, müssen sich Ehrenamtliche nach der erfolgreich bestandenen Grundausbildung in einem Ortsverband zur Bootsführeranwärterin bzw. -anwärter schulen lassen. Im Anschluss daran lernt man in einem THW-Ausbildungszentrum Grundlagen zu „Treideln“, „Stechen“, „Paddeln“ und „Wringen“ und beendet schließlich seine Ausbildung in einem spezifischen Lehrgang. Optional gibt es Zusatzlehrgänge, die zeigen, wie man Wasserplattformen bzw. Pontons baut. Neben dem Fachwissen zeichnen sich die Bootsführerinnen und Bootsführer durch eine große Teamfähig- und Zuverlässigkeit aus.

Gerhard Blöckl, den es schon immer auf das Wasser gezogen hat, faszinieren Boote, und er schätzt die Möglichkeiten, sich auf diesem Gebiet spezialisieren zu können: „Im THW kann ich mein Hobby und meine Leidenschaft sinnvoll nutzen und im Katastrophenschutz helfen.“

In regelmäßigen Abständen stellt das THW verschiedene Funktionen im THW-Ortsverband vor. An dem Projekt beteiligten sich Ehrenamtliche aus allen acht Landesverbänden. Die in den Videos gezeigten Helferinnen und Helfer präsentieren ihre Aufgaben im Ortsverband stellvertretend für alle THW-Funktionsträgerinnen und -träger.       

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