17.08.2021 •

Neuer Leiter für die Motorradstaffel der Johanniter Oberbayern

Bei den sommerlichen Temperaturen begegnet man auf den Straßen jetzt überall Motorradfahrern. Und die Motorradstaffel der Johanniter Oberbayern ist selbstverständlich auch unterwegs. In ganz Oberbayern touren sie auf den Hauptrouten, um bei Unfällen und Notfällen im Stau schnell Hilfe zu leisten. Als feste Komponente des Katastrophenschutzes sind sie auch bei Großschadenslagen als schnelle Ersthelfer und Lotsen im Einsatz. Zudem begleiten die Sanitäter Großveranstaltungen wie Fahrradrennen oder Marathonläufe.

 „Unsere Motorradstaffel kann gerade bei enger Straßenlage noch vor dem Rettungswagen am Ort des Geschehens eintreffen und so helfen, Leben zu retten“, beschreibt Ralf Speicher, neuer Leiter der oberbayerischen Motorradstaffel, deren besondere Aufgabe.

Die Bikerinnen und Biker helfen in Kooperation mit der Autobahnpolizei. Sie beseitigen Stauursachen, führen Pannenhelferinnen und Pannenhelfer heran oder versorgen erschöpfte Autofahrerinnen und Autofahrer. Alle Johanniter-Bikerinnen und -Biker sind ausgebildete Rettungshelferinnen und -helfer, -sanitäterinnen und -sanitäter oder Rettungsassistentinnen oder -assistenten. Jährliches Fahrsicherheitstraining ist Voraussetzung für den Dienst in der Motorradstaffel, ebenso mindestens 30 Stunden jährliche Fortbildung für Rettungsdienstmitarbeitende.

Seit ein paar Wochen ist Ralf Speicher jetzt neuer Leiter der oberbayerischen Motorradstaffel. Vor über 13 Jahren kam er zu den Johannitern. Zunächst nur im Rettungsdienst und der Bereitschaft in Allershausen, mit Gründung der Motorradstaffel Oberbayern 2013, hat er sich dann auch dort engagiert. Zwischenzeitlich erfolgte noch die Ausbildung und Berufung als Gruppenführer der SEG Behandlung.

„Als jetzt der bisherige Leiter der Motorradstaffel zurückgetreten ist, bin ich gefragt worden, ob ich nicht deren Leitung übernehmen möchte und es ist mir eine Ehre gewesen, dieses Amt anzunehmen“, erklärt Ralf Speicher. „Mit dem Schichtplan im Rettungsdienst ist die Aufgabe meistens gut vereinbar. Nur an Wochenenden kann es mal knapp werden.“ 

Den Motorradführerschein hat er seit 23 Jahren und seit 21 Jahren ist er mit kleineren Pausen mit seinem Motorrad unterwegs. Bei seinen Einsätzen hat Ralf Speicher teilweise ganz besondere Erfahrungen machen dürfen.

 „Zum Beispiel beim G7 Gipfel, wo ich als Melder in wenigen Tagen mehrere tausend Kilometer gefahren bin und ich mich im Hochsicherheitsbereich, direkt am Schloss Elmau, mit Begleitkommando der Polizei wiederfand. Oder die Begleitung von Motorradtreffen von einem Harley-Davidson Club, bei dem eine Spendenaktion von einem der Mitglieder ins Leben gerufen und wir ein Jahr später eine sehr großzügige Spende für ein Dienstmotorrad in Empfang nehmen durften.  Absolutes Gänsehautfeeling war auch die Absicherung einer Demonstration von Motorradfahrern gegen Gewalt in Berlin, mit weit über 5000 Motorrädern, die im Korso mitten durch Berlin gefahren sind. Wegen der Größe der Veranstaltung kamen hierzu Kollegen der Motorradstaffeln aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen. So was bleibt einem für immer in der Erinnerung“, erzählt Speicher begeistert.

Neben den vielen Veranstaltungen findet er es aber auch immer wieder schön, die "Faszination Motorrad" an Kinder weitergeben zu dürfen und zwar immer dann, wenn sie auf dem "Blaulichtmotorrad" Platz nehmen dürfen und man den Glanz in ihren Augen erkennen kann.

Seine neue Aufgabe geht Ralf Speicher mit viel Energie an.

 „Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel erreicht. Zum Beispiel wurden unsere Motorräder mit neuen digitalen Fahrzeugfunkgeräten ausgestattet, welche über Bluetooth mit den neu beschafften Helmen drahtlos verbunden sind. Wir konnten für die Kollegen in Ingolstadt eine gebrauchte BMW F 650 GS beschaffen, welche aus Spendengeldern finanziert wurde. Auch konnten wir neue AED-Geräte im Kampf gegen den plötzlichen Herztod in Empfang nehmen. Das Besondere an diesen Defibrillatoren ist, dass sie gerade einmal ca. 11 x 11 x 3,5 cm klein sind und sich so besonders gut in den begrenzten Platzverhältnissen der Seitenkoffertaschen unterbringen lassen. Als weiteres Projekt ist die Beschaffung von diensttauglicher Motorradbekleidung für dieses Jahr geplant“, beschreibt der Motorradstaffelleiter seine Pläne. „Für die oberbayerische Motorradstaffel wünsche ich mir natürlich für die Zukunft, dass alle meinen bayerischen Kollegen stets gesund und wohlbehalten von den Diensten zurück zum Standort kommen.“ 

Sein weiterer Wunsch wäre natürlich auch mehr Nachwuchs, denn die oberbayerische Motorradstaffel braucht neue Kolleginnen und Kollegen im ehrenamtlichen Team. Interessierte sind jederzeit herzlich zu einer Testfahrt eingeladen.


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