11.07.2022 •

Teamwork fürs Leben: Auszubildende zum Notfallsanitäter trainieren mit Polizeieinheiten

Gefährliche Einsatzlagen erfolgreich bewältigt

Wenn in einem alten Kasernengebäude plötzlich Schüsse fallen, Menschen verletzt am Boden liegen oder verängstigt umherlaufen, ist die Anspannung bei den Einsatzkräften von Polizei und Rettungsdienst deutlich zu spüren. Gleich drei Szenarien dieser Art bearbeiteten die Auszubildenden des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe und Einsatztrainer:innen der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz an einem der letzten Wochenenden gemeinsam in Bad Sobernheim.

Die Situation hätte nicht realitätsnaher sein können: ein bewaffneter Angreifer schießt auf einer Party unvermittelt in die Menschenmenge und trifft gleich mehrere Personen. Dann geht alles ganz schnell. Polizisten in entsprechender Schutzausstattung nähern sich in taktischer Vorgehensweise dem Gebäude, dringen bedacht, jedoch entschlossen in das Gebäude ein und überwältigen den Angreifer. Unmittelbar nachdem das Umfeld gesichert ist, beginnen die Einsatzkräfte mit der Erstversorgung der teils schwer verletzten Personen. Damit dies ebenfalls möglichst die Realität widerspiegelt, haben Experten der DRK-Notfalldarstellung mit vielen Tricks und großer Erfahrung die Mimen präpariert. Die notfallmedizinische Behandlung der bis zu 12 Schwerverletzten übernahmen dann die Auszubildenden als Notfallsanitäter*in im dritten Lehrjahr des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe aus Alzey, Bad Kreuznach, Idar-Oberstein, Mainz und Worms. Hier kam es auf Teamwork und die schnelle Umsetzung der Behandlungsstandards bei verschiedenen Verletzungsmustern an. In perfekter Teamarbeit sorgten sowohl die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten als auch die Nachwuchsretter*innen für eine professionelle und umfassende Behandlung aller Betroffenen. In zwei weiteren Beispielen standen dann der Eigenschutz des Rettungsdienstes und die Versorgung von Verletzten unter Deckung im Vordergrund

Teamwork fürs Leben: Auszubildende zum Notfallsanitäter trainieren mit...
Quelle: DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe

„Ein solcher Praxistag erfordert lange Vorbereitung, lohnt sich aber auf jeden Fall. Deshalb veranstalten wir diese Art der Großübung regelmäßig, um den Auszubildenden möglichst viele Erfahrungen mitgeben zu können, auf welche sie dann nach der Ausbildung zurückgreifen können. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Polizei verlief aus unserer Sicht sehr zufriedenstellend.“

ist sich Tahia Thran als leitende Praxisanleiterin des DRK-Rettungsdienstes sicher. Begleitet wurde der Übungstag von mehreren Praxisanleitern des Rettungsdienstes und Übungsbeobachtern der Hochschule der Polizei.
Der Trainingstag verlief aus Sicht der Beobachter der Hochschule der Polizei ebenfalls sehr erfolgreich. Die eigenen Trainingsziele wurden erreicht und auch die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst konnte intensiv trainiert werden. Dabei konnten wertvolle Erfahrungen im gemeinsamen Bewältigen solcher Lagen aufgrund der sehr guten Kooperation der Beteiligten in den Szenarien gesammelt werden.
Natürlich kam auch der Teamgedanke nicht zu kurz. Neben den drei anspruchsvollen Trainingsszenarien standen auch das gemeinsame Mittagessen und der kollegiale Austausch auf dem Programm.

„Wir haben diesen Tag als sehr lehrreich und fruchtbar erlebt und sind uns sicher, dass solche Angebote für unsere Auszubildenden auch dazu beitragen, die Notfallsanitäterausbildung attraktiv zu machen."

Jährlich bewerben sich rund 250 junge Menschen beim DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe um einen Ausbildungsplatz als Notfallsanitäter*in. Dies zeigt, wie spannend, zukunftsträchtig und attraktiv dieser außergewöhnliche Beruf ist.


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