Mit Fernerkundung Krisen besser bewältigen

PantherMedia / titoOnz

Am 23. und 24. März fand das vierte „Nationale Forum für Fernerkundung und Copernicus“ statt – diesmal digital mit mehr als Tausend Teilnehmenden. Bei der Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) handelt es sich um das deutsche Fachforum rund um das europäische Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“. 

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) war mit mehreren Beiträgen aktiv vertreten. Die Beteiligten an Diskussionen über Fragen zur sinnvollen Nutzung von Satellitendaten kamen aus der Forschung, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und der interessierten Bürgerschaft. Das diesjährige Leitmotto lautete „Neue Dimensionen“. 

So wurde durch das BBK die einstündige Fachsession „Fernerkundung im Anwendungsfall Vegetationsbrand“ organisiert und moderiert. Drei Referenten berichteten über ihre Erfahrung mit dem Copernicus-Dienst für das Katastrophen- und Krisenmanagement und weiterer potenzieller Anwendungen von Fernerkundungsdaten. Der Copernicus-Dienst liefert bei akuten Krisenlagen auf Anforderung aktuelle Satellitenkarten und Analysen. In den vergangenen Jahren wurde der Dienst mehrfach bei großen Bränden in Deutschland aktiv, z.B. in Lübtheen 2019. Mit mehr als 120 Zuschauern stieß die von Maximilian Fürmann moderierte Session auf breites Interesse.

Vir­tu­el­le Ses­si­on zum The­ma Fer­ner­kun­dung bei...
Vir­tu­el­le Ses­si­on zum The­ma Fer­ner­kun­dung bei Ve­ge­ta­ti­ons­brän­den (Co­per­ni­cus ESA, CC BY-SA 3.0 IGO, Sen­ti­nel-2 Da­ta 2019)
Quelle: BBK

Fernerkundung im Bevölkerungsschutz

In der Fachsession „Copernicus für das Monitoring von Küstenregionen“ präsentierte Fabian Löw (BBK) das Portfolio und Anwendungsbeispiele des Copernicus-Dienstes für das Katastrophen- und Krisenmanagement, welcher fernerkundungsgestützte Informationen in allen Phasen des Krisenmanagements zur Verfügung stellt, von Hochwasserkarten bis hin zu Risikoanalysen. Innerhalb Europas zählen Bedarfsträger aus dem deutschen Bevölkerungsschutz aktuell zu den größten Nutzern dieses Copernicus-Dienstes für Risikoanalysen. Seit 2011 ist das BBK nationale Fachkoordinationsstelle des Copernicus-Dienstes für das Katastrophen- und Krisenmanagement und damit zentrale Ansprechstelle für Fernerkundung im Bevölkerungsschutz in Deutschland.

Ergebnisse des Projekts „Cop4Sen“

Laila Kühle und Fabian Löw (BBK) stellten in der Fachsession „Nachhaltigkeitsziele und –indikatoren“ die Ergebnisse des Projekts „Cop4Sen“ vor. Das Projekt untersucht die Einsatzmöglichkeiten der Fernerkundung für die Berichterstattung des Sendai Rahmenwerks für Katastrophenvorsorge. Die Indikatoren des Sendai Rahmenwerks für Katastrophenvorsorge finden auch im Berichtssystem der Nachhaltigen Entwicklungsziele (eng. Sustainable Develoment Goals, SDGs) Anwendung. Der Beitrag des BBK ergänzte somit die weiteren Vorträge zu Potentialen der Fernerkundung für die Nachhaltigkeitsindikatoren um den Aspekt der Katastrophenvorsorge. 

Bilanz

Der Veranstalter und das BBK zogen aufgrund des gewinnbringenden Austausches verschiedener Akteure, sowie der überwältigenden Anzahl an Teilnehmenden ein positives Resümee.   

Der Veranstaltungsbericht und die Vorträge:

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