16.02.2022 •

Pirscher: Flutregionen zu Zukunftsregionen für Klimaanpassung und Nachhaltigkeit machen

Staatssekretärin eröffnet Kick-off-Workshop des Projekts KAHR für Rheinland-Pfalz und NRW

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt den Wiederaufbau in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit fachübergreifender wissenschaftlicher Expertise. Ziel des Projektes KAHR ist es, den Neuaufbau gemeinsam mit den Akteuren in der Region klimaresilient zu gestalten und damit eine erneute Flutkatastrophe zu verhindern. Das Projekt startet heute mit einem Kick-off-Workshop.

Dazu erklärt Staatssekretärin Judith Pirscher:

„Wir wollen die betroffenen Regionen zu Zukunftsregionen für Klimaanpassung und Nachhaltigkeit machen. Denn neben Klimaschutz ist Klimaanpassung eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Städte und Kommunen müssen sich besser auf Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hitze vorbereiten. Mit der Sofortmaßnahme KAHR leisten wir als Bundesforschungsministerium unseren Beitrag dazu, den Neuaufbau in der Region klimaresilient zu gestalten. Die Forscher sind in einen engen Dialog mit den betroffenen Städten und Kommunen eingetreten und haben identifiziert, welchen konkreten Bedarf es beim Neuaufbau gibt. Der heutige Workshop ist der Startpunkt, um diese ersten Erkenntnisse zusammenzuführen und sich darüber auszutauschen.“

Dazu erklärt Prof. Dr.-Ing. Jörn Birkmann von der Universität Stuttgart und Sprecher des KAHR-Projekts für Rheinland-Pfalz:

"In den kommenden drei Jahren werden wir das Hochwasserereignis vom Juli 2021 und die maßgebenden Prozess- und Wirkungsketten eingehend untersuchen. Wir wollen mit den Maßnahmen künftige Risiken senken und die Anpassungskapazitäten erhöhen. Wichtig ist uns, dass diese von der lokalen Bevölkerung akzeptiert werden – daher der intensive Dialog. So soll KAHR dazu beitragen, einen Innovationssprung im Hinblick auf Klimaresilienz in den betroffenen Regionen zu erreichen.“

Dazu erklärt Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen und Sprecher des KAHR-Projekts für Nordrhein-Westfalen:

„Wir streben eine gute Kommunikation mit den Akteuren vor Ort und in den Bundesländern an. In den ersten Wochen seit Projektstart haben wir bereits einen regionalen Energieversorger als Partner gewinnen können. Gemeinsam werden wir Kriterien für eine klimaresiliente Stromversorgung erarbeiten. Den Landkreis Ahrweiler unterstützten wir dabei, wissenschaftlich gestützte Ziele und Grundsätze für den Schutz kritischer Infrastrukturen zu entwickeln. Dass KAHR auf ein großes Interesse in Wissenschaft und Praxis stößt, unterstreicht nochmals die Dringlichkeit unseres Vorhabens.“

Hintergrund:

Das Projekt KAHR (Wissenschaftliche Begleitung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen – Klimaanpassung, Hochwasser und Resilienz) wird vom BMBF mit rund 5,2 Millionen Euro über 3 Jahre gefördert. 13 Partner aus unterschiedlichen Fachbereichen arbeiten im Verbund KAHR fachübergreifend eng zusammen.

Der Verbund vereint Fachexpertisen aus den Bereichen Stadt- und Raumplanung, Hydrologie sowie Wasserbau und -wirtschaft, Gebäudetechnologie, Natur- und Umweltrisiken sowie aus der Innovations- und Systemforschung. Die Gesamtkoordination hat Prof. Dr.-Ing. Jörn Birkmann von der Universität Stuttgart inne. Gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen ist er Sprecher der Initiative.

KAHR ist mit weiteren Fördermaßnahmen des BMBF in den Bereichen der Klimaanpassung und nachhaltigen Entwicklung (zum Beispiel Stadt-Land-Plus, Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region, RegIKlim und Wasser-Extremereignisse (WaX)) verzahnt. KAHR bietet zudem Anschluss an das Projekt „HoWas2021“ der zivilen Sicherheitsforschung, in dem insbesondere Fragen von Risikovorhersagen, Krisenkommunikation sowie zum Katastrophenmanagement am Beispiel der Flutkatastrophe im Juli 2021 bearbeitet werden.


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