Wenn Dienstpläne zum Leben passen: DRK-Rettungsdienst schließt Arbeitszeitprojekt erfolgreich ab

Lebensphasenorientierung in der Arbeitszeitgestaltung

Zum Abschluss des Projekts „Flexible Arbeitszeitmodelle im Rettungsdienst (FAIR)–
Lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung“ erscheint ein Praxisleitfaden, der Ergebnisse und Erfahrungen zusammenfasst. Auf www.arbeit-gesund-gestalten.info können darüber hinaus ab sofort weitere Anregungen zu Konzepten und Methoden für eine erfolgreiche gesunde Arbeitszeitgestaltung im Schichtdienst abgerufen werden.

In Mainz und Rheinhessen ist der DRK-Rettungsdienst seit 25 Jahren ein...
In Mainz und Rheinhessen ist der DRK-Rettungsdienst seit 25 Jahren ein wichtiger Teil des Gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes.
Quelle: Philipp Köhler/DRK

„Wir haben ein Regal voller Möglichkeiten geschaffen, jetzt ist es unsere Aufgabe dieses nicht verstauben zu lassen, wir bleiben dran“, so ein Beschäftigter der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH nach annährend drei Jahren Projektlaufzeit. Gemeint sind zahlreiche Maßnahmen, die Beschäftigte im Schichtdienst dabei unterstützen, Arbeit, familiäre Herausforderungen, gesundheitliche Beeinrächtigungen oder private Interessen besser zu vereinbaren. 

Unter dem Stichwort „lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung“ entwickelten und und erprobten von 2018 bis 2020 die „DRK-Rettungsdienst Westpfalz GmbH“ und die „DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH“ mit intensiver Begleitung durch ARBEIT & LEBEN gGmbH Möglichkeiten arbeitszeitlicher Flexibilisierungen und Unterstützungsmaßnahmen für die Beschäftigten in ihren jeweiligen Lebensphasen.

Damit wird auf die hohen – physischen und psychischen – Belastungen reagiert, denen insbesondere Beschäftigte im Schichtdienst ausgesetzt sind. Eine lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung ist so auch ein wichtiger Baustein im Rahmen eines ganzheitlichen und strategischen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und trägt zur Gesunderhaltung der Beschäftigten bei. Dank des Engagements und der Flexibilität aller Beteiligten konnte das Projekt auch in der Corona-Pandemie erfolgreich zum Abschluss gebraucht werden.

Das Projekt wurde vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie gefördert. „Das Projekt hat vorbildlich gezeigt, wie durch einen offenen betrieblichen Austausch, der aktiven Einbindung der Belegschaft und durch die Nutzung digitaler Planungstools die Gesunderhaltung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben besser gelingen kann. Jetzt geht es darum, dass die im Projekt gesammelten Erkenntnisse und entwickelten Maßnahmen weiter in der Praxis angewendet werden. Ich würde mich freuen, wenn diese auch von möglichst vielen Unternehmen, die in ähnlich belastenden Rahmenbedingungen agieren, wahrgenommen werden und Nachahmung finden – unsere Fachkräfte von heute und morgen haben es verdient“, sagte Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

In Kooperation mit: Gefördert durch: Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland Geteilte Schichten für Eltern, digitale Diensttauschbörsen, Informationen zur Pflege von Familienangehörigen oder „Kontakthalteprogramme“ für Beschäftigte in Auszeit – das sind nur einige der Verbesserungen, die entwickelt wurden. Vor allem hat sich auch die Unternehmenskultur geändert, Führungskräfte und Mitarbeitende wollen noch mehr Offenheit leben, Belastungen und Wünsche offener kommunizieren.

Einer der Haupgründe für den Erfolg des Projektes war die enge Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Rettungswachen. „Das hat es vorher nicht gegeben, dass wir so viel mitgestalten konnten“ äußerte einer der Beschäftigten. Von Beginn an konnten Probleme mit den bestehenden Regelungen angesprochen und Verbesserungsvorschläge gemacht werden. „Für die Zukunft braucht es genau diese Führungskultur und das beteiligungsorientierte Vorantreiben neuer Ideen. 

Das Projekt FAIR war hier Anstoß für die Zukunft und für notwendige Veränderungen, die auch über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz hinauswirken und die tarifvertraglichen Regelungen sinnvoll ergänzen können“, so kommentiert Frank Hutmacher, Projektpartner und Landesfachbereichsleiter Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt & Kirchen, ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland, den Prozess und die Ergebnisse. Laut Axel Gilcher, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Westpfalz GmbH, zeigt das Projekt dabei auch, „wie durch einen offenen betrieblichen Austausch, die Einbindung der Belegschaft und eine Anpassung digitaler Planungstools die Transformation der Arbeitswelt positiv gestaltet werden kann.“ 

Jörg Steinheimer, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH, ergänzt: „Für uns ist es selbstverständlich, Mitarbeitende nicht nur als reine Arbeitskraft, sondern als Mensch mit einem Leben abseits des Dienstes zu sehen. Nur wer im Privatleben und im Dienst zufrieden ist, leistet professionelle Arbeit und kann so Menschen im Notfall kompetent und empathisch zur Seite stehen. Daher war das Projekt FAIR für uns eine erfolgreiche Premiere im Rettungsdienst, welche sicher zur Steigerung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden beigetragen hat“.

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