Brennende Moore

THW

THW/Ralf Kosse

Ein entspannter Ostersonntag? Nicht für mehr als 20 Helferinnen und Helfer aus dem THW-Ortsverband Gronau (Nordrhein-Westfalen), die zu einem 30 Hektar großen Brand ins Naturschutzgebiet Gildehauser Venn ausrückten. 

Mit Licht und Strom unterstützten sie die Feuerwehr während der Löscharbeiten. Bereits am vergangenen Donnerstag brannte ein anderes Moor in Schleswig-Holstein. Der THW-Ortsverband Barmstedt war im Einsatz. 

400 Meter Weg galt es vergangenen Sonntag im Naturschutzgebiet Gildehauser Venn auszuleuchten, um die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Die Ehrenamtlichen aus Gronau bauten deshalb im Abstand von 50 Metern Scheinwerfer auf. Zudem setzten die Helferinnen und Helfer an einer Lichtung einen Notstromerzeuger kombiniert mit einem Lichtmast ein. So konnten die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr im Hellen arbeiten und beobachten, wie sich das Feuer entwickelt.

Bereits vergangenen Donnerstag bekämpften rund 100 Feuerwehrleute einen Moorbrand in Tornesch (Schleswig-Holstein). Mehr als zehn THW-Helferinnen und -Helfer aus dem Ortsverband Barmstedt versorgten die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken.

Moorbrand THW im Einsatz

Scheinwerfer der THW-Kräfte wurden im Naturschutzgebiet Gildehauser Venn beim... Am Sonntag waren mehr als 20 HelferInnen aus dem THW-Ortsverband Gronau im... Der Brand konnte von der Feuerwehr noch in derselben Nacht unter Kontrolle...

Scheinwerfer - Licht im Dunkel

Die Scheinwerfer des THW bringen Licht in dunkle Einsatzstellen.

Wer nachts hilft, braucht Licht. Das THW nutzt mobile Scheinwerfer, um Hilfseinsätze im Dunkeln zu ermöglichen. Wenn an der Einsatzstelle kein Netzstrom zur Verfügung steht, werden die Scheinwerfer mit einem Stromaggregat betrieben.

THW Scheinwerfer
Scheinwerfer des THW
Quelle: THW

Die Scheinwerfer funktionieren wie eine gewöhnliche Schreibtischlampe oder die Deckenleuchte im Wohnzimmer. Mit einer Leistung von 1.000 Watt sind die vom THW eingesetzten Halogen-Scheinwerfer allerdings 20 Mal heller. Sogar Strahler, die auf Baustellen verwendet werden, verbrauchen gewöhnlich nur 500 Watt, also halb so viel wie die Scheinwerfer, die das THW einsetzt. Ein Stativ, das sich auf eine Höhe zwischen fünf und acht Metern einstellen lässt, sorgt für den sicheren Halt der Leuchten. Je weiter die drei Füße des Aluminiumgestells auseinander stehen, umso sicherer ist der Halt, aber umso mehr Platz benötigt das Stativ. Alle Einstellungen sind stufenlos regelbar.

Im Scheinwerfer fließen die Elektronen, die den Strom bilden, durch einen dünnen Draht – den so genannten Wolfram-Draht. Bildlich gesehen quetschen sich unzählige Elektronen durch den dünnen Draht. Die dabei entstehende Reibung verursacht Hitze, die wiederum den Draht zum Glühen bringt. Rund um den leuchtenden Draht befindet sich allerdings keine Luft, sondern Gase wie Brom oder Jod. Wäre der Draht von Sauerstoff umgeben würde er oxidieren, also verrosten.

Außerhalb von Rettungseinsätzen nutzt das THW die Scheinwerfer beispielsweise im Auftrag von Polizei oder Zoll: Wenn nächtliche Verkehrskontrollen anstehen, ist es oft das THW, das die Kontrollpunkte ausleuchtet. 

Sebastian Kröger/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg


Notstromaggregat - Unser Strom ist blau

Wenn der Strom aus der Steckdose zu Ende ist, kommen die Notstromaggregate des THW zum Einsatz.

Bei ihren Rettungseinsätzen sind die Helfer des THW auf Strom angewiesen: Sie benötigen ihn, um den Einsatzort auszuleuchten und um Bergungsgeräte mit elektrischem Antrieb anzuschließen. Da die lokale Stromversorgung in Notfällen oft unterbrochen ist, gehören Stromaggregate beim THW zur Standardausrüstung.

Stromaggregate funktionieren wie elektrische Generatoren: Beide wandeln mechanische in elektrische Leistung um. Ein Verbrennungsmotor treibt die mechanische Welle an, die eine Spule in einem Magnetfeld bewegt. Dabei entsteht elektrische Ladung. Die Lorentzkraft bewirkt die Umwandlung der mechanischen in elektrische Energie, indem sie auf die elektrische Ladungen in dem Magnetfeld wirkt. Dadurch findet eine Ladungsverschiebung statt, wobei elektrische Spannung erzeugt wird. Erst dann kann der Strom fließen.

THW Notstromaggregat
Notstromaggregat des THW
Quelle: THW

Stromaggregate erzeugen Wechsel- und Drehstrom, wie er in allen Haushalten aus der Steckdose kommt. So können alle üblichen elektrischen Geräte des THW angeschlossen werden, wie zum Beispiel Beleuchtungsanlagen, Betonkettensägen oder Pumpen.

Beim THW kommen zwei verschiedene Typen von Stromaggregaten zum Einsatz:

Das sogenannte Stromerzeugungsaggregat (SEA) liefert elektrische Energie zum Betrieb von Geräten am Einsatzort. Sie werden über Steckdosenverteiler und Verbindungsleitungen am Stromerzeuger angeschlossen sind. Dieser Strom wird nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist. 

Die sogenannte Netzersatzanlage (NEA) kann an beliebiger Stelle eines vorhandenen öffentlichen Stromnetzes angeschlossen werden,  um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der angeschlossenen Verbraucher beim Ausfall des öffentlichen Netzes sicherzustellen.

Beide Arten von THW-Stromerzeugern wiegen zwischen zwei und sechs Tonnen und sind daher auf Anhänger montiert, die mit THW-Fahrzeugen an den Einsatzort gebracht werden müssen.

Das tragbare Stromerzeugungsaggregat ist bei jedem THW-Einsatz dabei. Es kann auch unabhängig von den Einsatzwagen in Betrieb genommen werden; allerdings sind vier Helfer notwendig, um es zu bewegen. Bei vielen Aggregaten dieser Art besteht die Möglichkeit, den Motor entweder über den fest verbauten Tank oder von einem separaten Kanister aus mit Treibstoff zu versorgen.

Anni Lange/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg


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