06.05.2022 •

Johanniter schaffen mehr als 10.000 Plätze in Notunterkünften

Seit mehr als vier Wochen flüchten Menschen aus der Ukraine vor dem Krieg in ihrer Heimat. Auch in Deutschland kommen immer mehr Menschen an, die Zuflucht suchen. Sie benötigen Unterkunft, Verpflegung, medizinische und oft auch psychologische Unterstützung.

Aktuell sind bundesweit alle Verbände der Johanniter in der Flüchtlingshilfe aktiv. Mit rund 1.000 Einsatzkräften, meist ehrenamtliche Helferinnen und Helfern aus den lokalen Katastrophenschutz-Einheiten, haben die Johanniter mehr als 50 Notunterkünfte in Lagerhallen, Messen und Sportstätten – oft in nur wenigen Stunden – errichtet. Das sind Unterbringungskapazitäten für mehr als 10.000 Geflüchtete. 35 dieser Einrichtungen werden dauerhaft von den Johannitern betrieben, so zum Beispiel in Kassel, Ingolstadt, Cottbus, Magdeburg und Dresden.

Anne Ernst, Geschäftsbereichsleiterin für Krisenmanagement und Nothilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe, sagt:

 „Unsere Katastrophenschutz-Einheiten stehen auch weiterhin zur Verfügung, um bei Bedarf die Kapazitäten in den Notunterkünften auszubauen. Gleichzeitig legen wir den Fokus auf eine angemessene längerfristige Unterbringung sowie die nachhaltige Betreuung und Integration der Familien, vor allem der Kinder, Frauen und älteren Menschen.“

Mehr als 20 temporäre Betreuungsstellen werden zusätzlich an Knotenpunkten betrieben, an denen verstärkt Geflüchtete durchreisen. Hier werden sie von Johannitern verpflegt, können ausruhen und werden medizinisch versorgt.

Die Johanniter führen darüber hinaus Patiententransporte durch, die erkrankte ukrainische Kinder in deutsche Kliniken transportieren. So konnten bisher 63 Kinder mit ihren Angehörigen in Spezialkliniken gebracht werden.

Parallel zu den Aktivitäten in Deutschland sind die Johanniter auch weiter in der Ukraine und den Anrainerstaaten aktiv. 38 Hilfstransporte mit rund 500 Tonnen medizinischen Materialien und Geräten, Hygieneartikeln und Nahrungsmitteln wurden durchgeführt. So wurden allein vier LKW-Ladungen an Babynahrung und 35 Paletten mit Hygieneartikeln in die Ukraine, Rumänien und die Republik Moldau gesandt.

„Für die kommenden Tage und Wochen konzentrieren wir uns auf die Unterstützung von Krankenhäusern in der Ukraine“, sagt Magdalena Kilwing, Leiterin der Not- und Soforthilfe in der Johanniter-Auslandshilfe. „Hierzu bauen wir gerade Versorgungs-Hubs in Rumänien und in Sachsen auf, über die wir die Krankenhäuser kontinuierlich mit Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial unterstützen können.“

Ein weiterer Fokus der Johanniter-Hilfe liegt auf der Unterstützung von Geflüchteten in der Republik Moldau.  

„Fast 75 Prozent der Geflüchteten kommen in Moldau bei Gastfamilien unter. Hier helfen wir mit Hilfsgütern sowie psychosozialer Betreuung“, berichtet Tiemo Kummer, der sich derzeit in Moldau befindet und hier die Aktivitäten der Johanniter vorantreibt.

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