12.05.2022 •

vfdb fordert deutliche Erhöhung des Zivilschutzetats

Schreiben an Bundesinnenministerin: Selbst Verdoppelung würde Haushalt nur gering belasten

MÜNSTER Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) hat eine deutliche Erhöhung der Haushaltsansätze für die zivile Verteidigung gefordert. Bislang hätten die Aufwendungen des Bundes für den Zivilschutz nur ein Volumen, das etwa 0,3 Prozent des Wehretats entspreche, heißt es in einem Schreiben an Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Neben einer starken Armee sei jedoch für den Schutz des Landes auch eine leistungsfähige zivile Verteidigung erforderlich.

„Selbst eine Verdoppelung der Haushaltsansätze für den Zivilschutz würde den Bundeshaushalt insgesamt nur geringfügig belasten“

geben vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner und Vizepräsidentin Anja Hofmann-Böllinghaus zu bedenken.

Als dringend umsetzungsreif bezeichnet die vfdb den Wiederaufbau eines bundesweit einheitlichen Sirenensystems und die Ergänzung entsprechender Anstrengungen der Länder und Kommunen aus den vergangenen Jahren.

 „Erst nach Komplettierung dieser verfügbaren und ausgereiften Technik könnte der Bund die Warnung der Bevölkerung als wichtigen Teil seiner Verantwortung für den Zivilschutz verlässlich wahrnehmen“, so das Expertenteam für Schutz, Rettung und Sicherheit.

Vor der Vergabe von Finanzmitteln sei es notwendig, konkrete Konzepte zu entwickeln und die nachfolgende technische Umsetzung durch Ausbildung und Schulung der operativen Ebene zu ergänzen. Dafür bietet das Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz der vfdb seine Unterstützung an. Bereits im vergangenen Jahr hatte die vfdb der Ministerin mit Blick auf den Koalitionsvertrag Empfehlungen zum Thema Bevölkerungsschutz gegeben.

„Ohne zu ahnen, welche Aktualität die Empfehlungen kurz nach der Abfassung erlangen würden, haben unsere Experten bereits im ersten Absatz den Fokus auf die Bedarfe des Zivilschutzes gelegt“, betonen Aschenbrenner und Hofmann-Böllinghaus.

Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

Schutzlos ausgeliefert?

Schutzlos ausgeliefert?

Am 27. Februar versetzte der russische Präsident Putin die russischen Abschreckungskräfte in Alarmbereitschaft, darunter die Atomstreitkräfte.

DRK: Deutschland braucht eine Zeitenwende im Zivilschutz

DRK: Deutschland braucht eine Zeitenwende im Zivilschutz

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, hat eine Zeitenwende im Bevölkerungsschutz angemahnt.

112 RESCUE: Neues Format für die Branche

112 RESCUE: Neues Format für die Branche

Die Messe Dortmund präsentiert erstmalig vom 14. bis 17. Juni 2023 mit der 112 RESCUE eine neue Branchen- und Handelsplattform für Brandschutz, Rettungswesen, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz und damit ein weitreichendes Angebot für...

:

Photo

Mehr Kapazität für das THW

Das Technische Hilfswerk (THW) hatte in den vergangenen Monaten den größten Inlandseinsatz in seiner Geschichte zu bewältigen.