02.05.2023 •

Investition in die Zukunft: DRK fordert Erhöhung der Mittel für Freiwilligendienste

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Mittel für Freiwilligendienste aufgrund der angespannten Haushaltslage zu reduzieren. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kritisiert diese Entscheidung und empfiehlt stattdessen Investitionen von rund vier Milliarden Euro, um die Freiwilligendienste zu stärken.

Investition in die Zukunft: DRK fordert Erhöhung der Mittel für...
Quelle: DRK

„Es erscheint paradox, dass ständig Diskussionen um eine Pflichtzeit oder ein Gesellschaftsjahr aufkommen, während die bestehenden Freiwilligenprogramme unter Druck geraten. Wir sollten die vorhandenen Potentiale der Freiwilligendienste besser nutzen und diesen Bereich stärken“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Das DRK schlägt einen Mindestauszahlungsbetrag von 800 Euro pro Freiwilligen und Monat als Mindeststandard und einen Rechtsanspruch auf einen Freiwilligenplatz vor. Die Finanzierung der Leistungen an die Freiwilligen muss dem Bund obliegen. Dabei orientiert sich das DRK an der Höhe des BaföG-Höchstsatzes für Studierende unter 25 Jahren, die nicht im Haushalt ihrer Eltern leben. Mit diesem Mindestbetrag könnten die ausgezahlten Leistungen, einschließlich Taschengeld und Geldern für Unterkunft und Verpflegung, erhöht, die pädagogische Begleitung gesichert und somit die Attraktivität der Programme gesteigert werden.

„Freiwilligendienste stärken das Miteinander im Gemeinwesen, helfen dabei, junge Menschen an eine Verantwortungsübernahme für die Gesellschaft heranzuführen und fördern Zusammenhalt, Integration und Demokratie“, so Hasselfeldt. „Die bestehenden Programme haben bei relativ geringen Kosten eine hohe gesellschaftliche Wirkung.”

Derzeit engagieren sich rund 100.000 junge Menschen pro Jahr im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD). Entsprechend des DRK-Vorschlages würden die Kosten für den Bund bei zwölf-monatigen Einsätzen auf 1,34 Milliarden Euro im Jahr steigen. Das DRK hält bei gesteigerter Attraktivität eine Verdreifachung der Freiwilligenzahlen für möglich. Könnte die Gesamtzahl der Teilnehmenden in den Programmen auf 300.000 junge Menschen erhöht werden, lägen die Gesamtkosten bei rund 4 Milliarden Euro im Jahr. Diese Summe unterschreitet Schätzungen für Umsetzungskosten eines neu einzuführenden Pflichtdienstes um ein Vielfaches.

„Die Bundesregierung sollte deshalb ihre Ankündigung, die Mittel für die Freiwilligendienste zu kürzen, dringend überdenken“, sagt Hasselfeldt. „Die bereits bestehenden Programme auszubauen und besser auszustatten, wäre eine lohnende Investition in die Zukunft und wäre ein effektiverer Ansatz als neue Maßnahmen einzuführen.“

Brennpunkt Wohlfahrt: „Freiwilligendienste: Einfache Formel für Engagement und Zusammenhalt“: https://drk-wohlfahrt.de/brennpunkt-freiwilligendienste 


Mehr zu den Themen:

Verwandte Artikel

Rettungsleitstelle Mainz an neuem Standort eingeweiht

Rettungsleitstelle Mainz an neuem Standort eingeweiht

Ab sofort werden die Rettungsdiensteinsätze für die Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen sowie die Städte Mainz und Worms vom Mainzer Stadtteil Gonsenheim aus disponiert.

NEU: Notfallsanitäterausbildung bereits ab 17 Jahren möglich

NEU: Notfallsanitäterausbildung bereits ab 17 Jahren möglich

Der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe bietet für den Ausbildungsstart im September 2025 mehrere Ausbildungsplätze in diesem abwechslungsreichen und spannenden Beruf an.

Alles neu: DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe startet neue Website mit vielen Funktionen

Alles neu: DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe startet neue Website mit vielen Funktionen

MAINZ. Beim DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe setzt man aus Tradition auf Innovation und moderne Lösungen im Rettungsdienst. Dass dies auch für die digitale Welt des Internets gilt, zeigt die neue Webseite des DRK-Rettungsdienstes aus Mainz

: