THW seit Wochen mit allen Fachgruppen im Einsatz

Bonn. Die verheerenden Auswirkungen von Tief „Bernd“ fordern die komplette Bandbreite der Fähigkeiten des Technischen Hilfswerks (THW). Alle Fachgruppen befanden oder befinden sich im besonders schwer betroffenen Ahrtal sowie im Raum Euskirchen im Einsatz. Deutschlandweit sind 650 von 668 Ortsverbänden beteiligt.

 „Unsere bundesweit gleichen Strukturen, die einheitliche Ausbildung und Ausstattung bewähren sich auch in diesem Einsatz“, so THW-Präsident Gerd Friedsam.

Die Schadenslage in den von Tief „Bernd“ betroffenen Gebieten ist komplex. Die komplette Bandbreite der Fähigkeiten des THW ist im Einsatz gefragt. Zur Erfüllung seiner Aufgaben verfügt das THW in jedem Ortsverband über universell einsetzbare Bergungsgruppen und Zugtrupps. Regional, überörtlich und überregional stehen zudem verschiedene technisch spezialisierte Fachgruppen sowie die Fachzüge zur Führung und Kommunikation und für die Logistik bereit.

Besonders gefordert ist der Brückenbau. Im Ahrtal sind rund 60 Brücken und Stege durch die Fluten einfach weggerissen oder wurden so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr genutzt werden können. Deshalb helfen die Spezialisten und Spezialistinnen der Fachgruppen Brückenbau mit unterschiedlichen Typen von Behelfsbrücken, die Verbindungen der Menschen über die Ahr hinweg wieder herzustellen. Elf Brücken und Stege hat das THW bereits fertiggestellt. Der Bau weiterer acht Brücken ist fest eingeplant und wird die THW-Brückenbauerinnen und THW-Brückenbauer noch über Wochen beschäftigen.

Die Sturzfluten haben in vielen Bereichen die Ver- und Entsorgungsstruktur stark beschädigt. Die Fachgruppen Elektroversorgung, die mit ihren Netzersatzanlagen in wichtige Gebäude wie Schulen Strom einspeisen, übernehmen angesichts des Schulbeginns in dieser Woche einen wichtigen Auftrag. Unterstützt werden sie dabei durch die Fachgruppen Infrastruktur sowie durch die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung. Da in einigen Bereichen, darunter auch im Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr, kein Trinkwasser zur Verfügung steht, bereiten Experten und Expertinnen der Fachgruppe Trinkwasser mit ihren Ultrafiltrationsanlagen bis zu 15.000 Liter pro Stunde Wasser aus der Ahr zu sauberem Trinkwasser auf und speisen es in das Netz des Krankenhauses ein. Dabei kontrollieren eigene und unabhängige Labors die Wasserqualität. Mehr als fünf Millionen Liter sauberes Trinkwasser produzierten die Einsatzkräfte der Fachgruppe Trinkwasser bereits. 

Mit ihrer speziellen Fähigkeit, Öl und Wasser zu trennen, konnten die Fachgruppen Ölschaden mit 1,7 Millionen Litern separiertem Öl-Wasser-Gemisch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Besondere Gefahren durch herunterhängende Gleise von Eisenbahnbrücken beseitigten die Fachgruppen Sprengen. Aufgrund der jetzt sechswöchigen Einsatzdauer ist die Durchhaltefähigkeit von Mensch und Material besonders wichtig. Hierfür leisten die Fachzüge Logistik einen entscheidenden Beitrag. Für die nötige Übersicht, Führung und Koordinierung im Einsatz sorgen dabei die Fachzüge Führung und Kommunikation.

„Diese beeindruckenden Leistungen unserer haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind nur mit Unterstützung der Familien, der Partnerinnen und Partnern sowie den Arbeitgebenden möglich. Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank“, sagt THW-Präsident Gerd Friedsam.

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